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[Rezension] Die Farbe von Milch

Die Farbe von Milch

Autor/in: Nell Leyshon 
Verlag: Eisele Verlag 
Seitenanzahl: 208 
ISBN: 978-3-96161-000-6 
Preis: € 18,00 [D] , € 18,50 [A]
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Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

Nell Leyshons erster Roman, Black Dirt, stand auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Für ihren zweiten Roman, „Die Farbe von Milch“, war sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt in Dorset.

Der Anfang der Geschichte fiel mir schwer, den man musste sich bei diesem Buch erstmal an den Schreibstil gewöhnen. Aber das Buch beziehungsweise die Geschichte ist spannend und eindrucksvoll. „Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.“. Das sind die Worte, die man am Anfang der Geschichte liest und die auch noch häufiger vorkommen. Mir gingen sie irgendwann auf die Nerven, aber am Anfang merkt man, was für eine gewaltige Stimme dahinter steckt und diese einem was wichtiges zu erzählen hat.

Dabei ist die Protagonistin Mary so selbstbewusst. Seit ihrer Geburt hat sein ein schiefes Bein und deshalb ist sie so langsam beim Arbeiten. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrer drei Schwestern zusammen. Alle sind gezwungen zu arbeiten und Mary ist ein Dorn im Auge ihres Vaters. Ihre Familie lebt sehr schlecht. Ihr Großvater lebt bei ihnen, hat keine Beine und verkommt wortwörtlich. Wäre Mary nicht da, würde ihr Großvater bestimmt durchdrehen. Doch ihr Vater hat einen Deal mit dem Pfarrer gemacht. Der Pfarrersfrau geht es nicht gut und Mary soll sich um sie kümmern. Anfangs läuft alles noch gut, doch irgendwann kommt die Wendung der ganzen Sache. 
Da beginnt die eigentliche Geschichte. Man hat das Gefühl sich zu langweilen, aber am Ende wird man belohnt. Das Ende hat mich wirklich berührt und hat mich zum nachdenken angeregt. Selbst nachdem man das Buch gelesen hat, bleibt es einem in Erinnerung. Leider blieben aber durch den Schreibstil die Emotionen und Gefühle verborgen. Man konnte die Emotionen nur erahnen. Manchmal kam mir Mary auch zu kindlich vor für ihr Alter. Dennoch hat mich die Geschichte gefesselt, nicht nur wegen dem außergewöhnlichen Schreibstil. Es kommt einen so vor, als ob man wirklich das liest, was Mary geschrieben hat. Man muss sich aber erst an den Schreibstil gewöhnen um wirklich flüssig mit dem Buch voran zu kommen. Auch dass das Buch so wenige Seiten hatte, fand ich schade und das Ende sogar ziemlich tragisch. Ich war wirklich überrascht aber die Geschichte ist mir definitiv im Kopf geblieben.

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